Das Erstgespräch
Eine gute Haartransplantation beginnt nicht mit der OP — sondern mit einer ausführlichen, fachärztlichen Erstberatung. Hier erfahren Sie, was Sie bei uns konkret erwartet, warum wir uns mehr Zeit nehmen als andere, und wie eine seriöse Diagnose aussieht.
Warum eine ausführliche Erstberatung der wichtigste Schritt ist
Eine Haartransplantation ist irreversibel. Falsch gesetzte Hairlines bleiben, einmal entnommene Spender-Reserven sind verbraucht, eine zu früh durchgeführte OP lässt sich später kaum noch korrigieren. Genau deshalb investieren wir vor jeder Therapieentscheidung Zeit — viel Zeit. Eine ausführliche Erstberatung mit vollständiger Diagnostik ist bei uns Pflicht, nicht Option.
Vor dem Termin
Was Sie mitbringen sollten
- Vorhandene Befunde — frühere Trichoskopie-Berichte, Blutwerte (vor allem Schilddrüse, Ferritin)
- Medikamentenliste — alle aktuellen Medikamente, auch frei verkäufliche
- Familienanamnese — wie verlief der Haarausfall bei Vater, Großvater, Mutter, Tanten
- Ihre konkreten Fragen — gerne als Liste, sonst vergisst man die Hälfte vor Ort
Was Sie nicht mitbringen müssen
- Keine fertige Meinung — wir erwarten keine Vorab-Entscheidung für eine bestimmte Therapie.
- Keine besondere Vorbereitung der Kopfhaut — kommen Sie wie Sie sind.
Im Gespräch
1. Anamnese
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Geschichte. Wann hat es angefangen? Wie verläuft es? Was haben Sie schon probiert? Gibt es familiäre Hinweise? Welche Begleiterkrankungen oder Medikamente sind relevant? Welche Erwartungen haben Sie an das Ergebnis?
Diese Phase ist nicht Routine — sondern die Grundlage jeder verlässlichen Diagnose. Bei diffusen oder weiblichen Haarausfall-Formen entscheidet die Anamnese oft mehr als jede technische Untersuchung.
2. Klinische Untersuchung
Sichtbefund der Kopfhaut, Beurteilung der Norwood- oder Ludwig-Klassifikation, Pull-Test, Inspektion des Spenderbereichs am Hinterkopf, Beurteilung der Haarstruktur.
3. Trichoskopie mit hochauflösender Bilddokumentation
Wir nutzen ein professionelles Trichoskop für die digitale Mikroskopie der Kopfhaut. Auf einem großen Bildschirm können Sie mitschauen — wir zeigen Ihnen, was wir sehen: Follikeldichte, Miniaturisierungsgrad, Entzündungszeichen, FU-Verteilung im Spenderbereich.
Bei dieser Phase wird vielen Patientinnen und Patienten zum ersten Mal klar, was tatsächlich auf ihrer Kopfhaut passiert — und warum bisherige Versuche möglicherweise nicht funktioniert haben.
4. Spenderbereich-Analyse
Der Spenderbereich am Hinterkopf ist die entscheidende Ressource jeder Transplantation. Wir messen die Follikeldichte in verschiedenen Zonen, schätzen die maximal verfügbare Graft-Zahl über die gesamte Lebenszeit und beurteilen die Qualität der Follikel (Vellus-Anteil, Miniaturisierung).
Bei manchen Patienten ist hier die schwierigste, aber wichtigste Aussage: „Ihr Spenderbereich gibt das nicht her, was Sie sich wünschen." Diese ehrliche Antwort ist Bestandteil unserer Arbeit.
Häufige Fragen
Kann ich die Erstberatung auch online wahrnehmen?
Für eine vollständige Diagnose ist eine persönliche Vorstellung notwendig — Trichoskopie und Spenderbereich-Analyse lassen sich nicht remote durchführen. Wir bieten aber gerne ein Vorgespräch per Video an, in dem wir Ihre Situation orientierend besprechen und klären, ob ein Vor-Ort-Termin sinnvoll ist. Für internationale Patienten ist das der erste Schritt — siehe unsere International Patients-Seite.
Wie lange muss ich auf einen Termin warten?
In der Regel 2–4 Wochen. Wir nehmen bewusst eine begrenzte Anzahl an Patientinnen und Patienten an, um jeder Behandlung die Sorgfalt zu geben, die wir versprechen. Bei dringenden Anliegen sprechen Sie uns bitte direkt an.
Was, wenn die Empfehlung lautet „aktuell keine Transplantation"?
Das passiert bei einem nicht unerheblichen Teil unserer Erstpatienten — vor allem bei sehr jungen Männern, bei aktivem stressbedingten Haarausfall oder bei nicht ausreichendem Spenderbereich. Sie bekommen dann eine ehrliche Begründung und einen alternativen Plan (konservative Therapie, Wartezeit, Mitbehandlung der Grunderkrankung). Diese Empfehlung ist ebenso Teil unserer Arbeit wie eine OP-Empfehlung.
Wird die Erstberatung von der Krankenkasse übernommen?
Nein — Haarmedizin ist in Deutschland fast ausschließlich Selbstzahler-Leistung. Bei medizinisch relevanten Begleitdiagnosen (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel) kann die anschließende Behandlung der Grunderkrankung über Ihren Hausarzt von der Kasse übernommen werden — das besprechen wir individuell.
Bin ich verpflichtet, mich danach behandeln zu lassen?
Nein, in keiner Weise. Die Erstberatung ist eine in sich abgeschlossene medizinische Leistung — der schriftliche Befund gehört Ihnen, Sie können ihn nutzen wie Sie möchten, einschließlich für eine Beratung in einer anderen Praxis.
Kann ich Begleitung mitbringen?
Gerne. Viele Patientinnen und Patienten bringen Partner oder eine Vertrauensperson mit. Vier-Augen-Gespräche bei wichtigen Therapieentscheidungen sind nachweislich besser — wir begrüßen das.
Wie buche ich einen Termin?
Direkt über unser Buchungssystem (Termin buchen) oder telefonisch in der Praxis. Für internationale Patienten oder besondere Diskretionsanforderungen: bitte direkt per Mail oder über unsere International Patients-Seite anfragen.