Zum Inhalt springen

Das Erstgespräch — wie eine seriöse Diagnose abläuft

Eine gute Haartransplantation beginnt nicht mit der OP — sondern mit einer ausführlichen, fachärztlichen Erstberatung. Hier erfahren Sie, was Sie bei uns konkret erwartet, warum wir uns mehr Zeit nehmen als andere, und wie eine seriöse Diagnose aussieht.

Warum eine ausführliche Erstberatung der wichtigste Schritt ist

Eine Haartransplantation ist irreversibel. Falsch gesetzte Hairlines bleiben, einmal entnommene Spender-Reserven sind verbraucht, eine zu früh durchgeführte OP lässt sich später kaum noch korrigieren. Genau deshalb investieren wir vor jeder Therapieentscheidung Zeit — viel Zeit. Eine ausführliche Erstberatung mit vollständiger Diagnostik ist bei uns Pflicht, nicht Option.

Was Sie bei uns nicht bekommen: einen 15-Minuten-Termin, der mit einem Verkaufsgespräch endet. Was Sie bekommen: bis zu 90 Minuten persönliche Zeit mit Dr. Sophie Karg oder Dr. Sussan Rosenthal, eine vollständige medizinische Diagnose und einen schriftlichen Befund, den Sie mit nach Hause nehmen.

Vor dem Termin

Optional: vorab Fotos einsenden

Falls Sie sich frühzeitig orientieren möchten, können Sie uns vorab 4–6 Fotos Ihrer Kopfhaut zusenden (Vorderseite, Scheitel, Hinterkopf, beide Seiten — möglichst in gutem Tageslicht). Wir nehmen uns Zeit für eine erste Orientierung und können den Termin entsprechend vorbereiten.

Was Sie mitbringen sollten

  • Vorhandene Befunde — frühere Trichoskopie-Berichte, Blutwerte (vor allem Schilddrüse, Ferritin, Hormonpanel)
  • Medikamentenliste — alle aktuellen Medikamente, auch frei verkäufliche
  • Familienanamnese — wie verlief der Haarausfall bei Vater, Großvater, Mutter, Tanten
  • Foto-Vergleich aus früheren Jahren, falls vorhanden — zeigt die Progression
  • Ihre konkreten Fragen — gerne als Liste, sonst vergisst man die Hälfte vor Ort

Was Sie nicht mitbringen müssen

  • Keine Vorbefunde? Kein Problem — wir machen die vollständige Diagnostik vor Ort.
  • Keine fertige Meinung — wir erwarten keine Vorab-Entscheidung für eine bestimmte Therapie.
  • Keine besondere Vorbereitung der Kopfhaut — kommen Sie wie Sie sind.

Im Gespräch — die fünf Phasen

1. Anamnese (15–20 Minuten)

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Geschichte. Wann hat es angefangen? Wie verläuft es? Was haben Sie schon probiert? Gibt es familiäre Hinweise? Welche Begleiterkrankungen oder Medikamente sind relevant? Welche Erwartungen haben Sie an das Ergebnis?

Diese Phase ist nicht Routine — sondern die Grundlage jeder verlässlichen Diagnose. Bei diffusen oder weiblichen Haarausfall-Formen entscheidet die Anamnese oft mehr als jede technische Untersuchung.

2. Klinische Untersuchung

Sichtbefund der Kopfhaut, Beurteilung der Norwood- oder Ludwig-Klassifikation, Pull-Test, Inspektion des Spenderbereichs am Hinterkopf, Beurteilung der Haarstruktur.

3. Trichoskopie mit hochauflösender Bilddokumentation

Wir nutzen ein professionelles Trichoskop für die digitale Mikroskopie der Kopfhaut. Auf einem großen Bildschirm können Sie mitschauen — wir zeigen Ihnen, was wir sehen: Follikeldichte, Miniaturisierungsgrad, Entzündungszeichen, FU-Verteilung im Spenderbereich.

Bei dieser Phase wird vielen Patientinnen und Patienten zum ersten Mal klar, was tatsächlich auf ihrer Kopfhaut passiert — und warum bisherige Versuche möglicherweise nicht funktioniert haben.

4. Spenderbereich-Analyse

Der Spenderbereich am Hinterkopf ist die entscheidende Ressource jeder Transplantation. Wir messen die Follikeldichte in verschiedenen Zonen, schätzen die maximal verfügbare Graft-Zahl über die gesamte Lebenszeit und beurteilen die Qualität der Follikel (Vellus-Anteil, Miniaturisierung).

Bei manchen Patienten ist hier die schwierigste, aber wichtigste Aussage: „Ihr Spenderbereich gibt das nicht her, was Sie sich wünschen." Diese ehrliche Antwort ist Bestandteil unserer Arbeit.

5. Standardisierte Fotodokumentation

Acht standardisierte Aufnahmen aus festgelegten Winkeln. Diese Bilder bilden die Ausgangslage — wenn Sie sich später für eine Therapie entscheiden, vergleichen wir an diesen Aufnahmen jeden Verlauf nach 3, 6 und 12 Monaten.

Bei Frauen und diffusem Haarausfall: zusätzliche Empfehlung zur Labordiagnostik

Bei weiblichem Haarausfall, diffuser Ausdünnung oder unklarem Befund empfehlen wir eine vollständige Labordiagnostik — Schilddrüsenpanel inklusive Antikörper, vollständiger Eisenstatus, Vitamin D, ggf. Hormonpanel. Falls Sie noch keine aktuellen Werte haben, schreiben wir Ihnen eine Überweisung an Ihren Hausarzt oder können das Labor direkt aus unserer Praxis veranlassen.

Diese zusätzliche Diagnostik ist bei vielen Patientinnen entscheidend — eine Schilddrüsenstörung, ein PCOS oder ein Eisenmangel bleibt sonst unentdeckt und keine Therapie wird greifen.

Nach dem Gespräch

Schriftlicher Befund

Sie erhalten einen schriftlichen ärztlichen Befund mit:

  • Vollständiger Diagnose (Norwood/Ludwig-Stadium, Differentialdiagnose, ggf. Mit-Diagnosen)
  • Beurteilung des Spenderbereichs
  • Therapieempfehlung — konservativ, operativ oder kombiniert
  • Langfristige Perspektive (5, 10, 20 Jahre)
  • Geschätzte Graft-Zahl bei OP-Indikation
  • Verbindlicher individueller Behandlungsplan

Diesen Befund können Sie für eine zweite Meinung nutzen — das empfehlen wir ausdrücklich. Eine seriöse Praxis ermutigt zur Zweitmeinung, statt sie als Misstrauen zu deuten.

Bedenkzeit — kein Verkaufsdruck

Wir treffen am Tag der Erstberatung keine OP-Entscheidung. Sie nehmen den Befund mit, lassen sich Zeit, sprechen mit Familie oder einer zweiten Praxis. Wenn Sie sich entscheiden, melden Sie sich — auf Ihre Initiative, nicht auf unseren Anruf.

Das wirkt für viele unserer Patienten zunächst ungewohnt. Aber es ist Teil unserer Haltung: Eine gute Behandlungsentscheidung entsteht in Ruhe, nicht unter Druck.

Was eine Erstberatung bei uns kostet — und warum

Unsere Erstberatung ist eine kostenpflichtige medizinische Leistung. Die genaue Höhe besprechen wir bei der Terminvereinbarung — sie deckt die fachärztliche Zeit, die Trichoskopie-Diagnostik und den schriftlichen Befund ab.

Warum wir keine „kostenlose Beratung" anbieten:

  • Eine 90-minütige fachärztliche Diagnose ist eine echte medizinische Leistung — sie ist nicht „gratis" möglich, wenn sie ernsthaft sein soll
  • Wer für Beratung zahlt, kauft die Beratung — nicht die OP, die danach „angeboten" wird
  • Es filtert — Patientinnen und Patienten, die uns aufsuchen, sind ernsthaft an einer Lösung interessiert, nicht am Vergleichen von Gratis-Angeboten
  • Es schützt unsere Aufmerksamkeit für die Patienten, die wir wirklich behandeln

Im Hochpreissegment der Medizin ist die kostenpflichtige Erstberatung Standard. Unsere Patientinnen und Patienten schätzen die Klarheit — sie zahlen für medizinische Sorgfalt, nicht für ein verkapptes Verkaufsgespräch.

Dauer und Ablauf zusammengefasst

  • Termin-Dauer: 60–90 Minuten, je nach Komplexität
  • Wer berät: Dr. Sophie Karg oder Dr. Sussan Rosenthal persönlich — keine Delegation an Assistenzpersonal
  • Was Sie mitnehmen: schriftlicher Befund, individueller Behandlungsplan, ggf. Foto-Dokumentation
  • Folgekontakt: auf Ihre Initiative, kein Verkaufsanruf
  • Wartezeit: in der Regel 2–4 Wochen — wir nehmen begrenzt Patientinnen und Patienten an, um die Qualität sicherzustellen

Häufige Fragen

Kann ich die Erstberatung auch online wahrnehmen?

Für eine vollständige Diagnose ist eine persönliche Vorstellung notwendig — Trichoskopie und Spenderbereich-Analyse lassen sich nicht remote durchführen. Wir bieten aber gerne ein Vorgespräch per Video an, in dem wir Ihre Situation orientierend besprechen und klären, ob ein Vor-Ort-Termin sinnvoll ist. Für internationale Patienten ist das der erste Schritt — siehe unsere International Patients-Seite.

Wie lange muss ich auf einen Termin warten?

In der Regel 2–4 Wochen. Wir nehmen bewusst eine begrenzte Anzahl an Patientinnen und Patienten an, um jeder Behandlung die Sorgfalt zu geben, die wir versprechen. Bei dringenden Anliegen sprechen Sie uns bitte direkt an.

Was, wenn die Empfehlung lautet „aktuell keine Transplantation"?

Das passiert bei einem nicht unerheblichen Teil unserer Erstpatienten — vor allem bei sehr jungen Männern, bei aktivem stressbedingten Haarausfall oder bei nicht ausreichendem Spenderbereich. Sie bekommen dann eine ehrliche Begründung und einen alternativen Plan (konservative Therapie, Wartezeit, Mitbehandlung der Grunderkrankung). Diese Empfehlung ist ebenso Teil unserer Arbeit wie eine OP-Empfehlung.

Wird die Erstberatung von der Krankenkasse übernommen?

Nein — Haarmedizin ist in Deutschland fast ausschließlich Selbstzahler-Leistung. Bei medizinisch relevanten Begleitdiagnosen (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel) kann die anschließende Behandlung der Grunderkrankung über Ihren Hausarzt von der Kasse übernommen werden — das besprechen wir individuell.

Bin ich verpflichtet, mich danach behandeln zu lassen?

Nein, in keiner Weise. Die Erstberatung ist eine in sich abgeschlossene medizinische Leistung — der schriftliche Befund gehört Ihnen, Sie können ihn nutzen wie Sie möchten, einschließlich für eine Beratung in einer anderen Praxis.

Kann ich Begleitung mitbringen?

Gerne. Viele Patientinnen und Patienten bringen Partner oder eine Vertrauensperson mit. Vier-Augen-Gespräche bei wichtigen Therapieentscheidungen sind nachweislich besser — wir begrüßen das.

Wie buche ich einen Termin?

Direkt über unser Buchungssystem (Termin buchen) oder telefonisch in der Praxis. Für internationale Patienten oder besondere Diskretionsanforderungen: bitte direkt per Mail oder über unsere International Patients-Seite anfragen.

Terminbuchung

Wird geladen...