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Spezial-Indikationen — Haarausfall jenseits der Routine

Manche Formen des Haarausfalls passen nicht in das Schema „androgenetisch oder Telogeneffluvium". Vernarbende Alopezien, postpartale Veränderungen, Therapie nach Chemo, Transitionen — diese Themen verdienen eigene fachärztliche Tiefe. Hier finden Sie unsere Spezial-Pillars.

Vernarbende Alopezien

Im Gegensatz zur androgenetischen Alopezie werden bei vernarbenden Formen die Follikel dauerhaft zerstört. Frühes Erkennen und Stoppen der Krankheit ist entscheidend — verlorenes Areal wird in der Regel nicht zurückkommen.

Frontale fibrosierende Alopezie (FFA)

Zurückweichende Stirnhaarlinie mit charakteristischer Augenbrauen-Ausdünnung, oft postmenopausal. Therapieziel ist Progression-Stopp.

FFA im Detail

Lichen planopilaris (LPP) und andere vernarbende Formen

Verwandte Erkrankungen mit ähnlicher Pathophysiologie. Erfordern dermatologische Spezialdiagnostik mit Trichoskopie und ggf. Biopsie.

Autoimmun-Haarausfall

Alopecia areata

Plötzlicher, scharf umschriebener Haarverlust durch Autoimmun-Reaktion. Kann in jedem Alter auftreten — moderne Therapien einschließlich JAK-Inhibitoren haben die Prognose deutlich verbessert.

Alopecia areata

Hormonell und endokrinologisch bedingt

Postpartaler Haarausfall

2–4 Monate nach Geburt einsetzendes Telogeneffluvium. Meist reversibel, aber langwieriger bei Mangelzuständen oder Stillzeit.

Postpartaler Haarausfall

PCOS und Haarausfall

Polyzystisches Ovarialsyndrom als häufige endokrine Ursache bei jungen Frauen.

PCOS und Haarausfall

Schilddrüse und Haarausfall

Hashimoto-Thyreoiditis und andere Schilddrüsenstörungen — häufig übersehene Ursache.

Schilddrüse und Haarausfall

Telogeneffluvium (stressbedingt)

Diffuser Verlust nach schwerer Belastung — Krankheit, OP, emotional belastendes Ereignis, starke Diät.

Telogeneffluvium

Nach Chemotherapie und onkologischer Behandlung

Reversible und in seltenen Fällen persistierende Formen. Wann und wie eine haarmedizinische Therapie nach onkologischer Behandlung sinnvoll ist.

Haarausfall nach Chemotherapie

Transitions-Haarmedizin (FTM und MTF)

Gender-affirming Hair Treatments als zentraler Baustein der Transition — Barttransplantation bei FTM, Hairline-Femininisierung bei MTF.

Haarmedizin bei Transitionen

Wann zur Spezialistin?

  • Scharf umschriebene kahle Stellen
  • Sichtbar zurückweichende Hairline ohne klassisches androgenetisches Muster
  • Verlust an Augenbrauen oder Wimpern
  • Begleitende Hautveränderungen (Rötung, Schuppung, glatte glänzende Haut)
  • Diffuser Haarausfall ohne erkennbaren Trigger
  • Verlauf trotz konservativer Therapie über 6–12 Monate ohne Verbesserung
  • Familiäre Belastung mit Autoimmunerkrankungen
  • Nach onkologischer Therapie
  • Im Rahmen einer Transition

Was eine Spezialsprechstunde leistet

  • Vollständige Anamnese inklusive Vorerkrankungen und Familienanamnese
  • Erweiterte Trichoskopie mit gezielter Differentialdiagnose
  • Umfangreiche Labordiagnostik (Hormone, Autoimmun-Marker, Mikronährstoffe)
  • Ggf. Biopsie bei Verdacht auf vernarbende Alopezie
  • Interdisziplinäre Abstimmung mit Endokrinologie, Gynäkologie, Onkologie oder Gender-Spezialisten
  • Individueller Therapieplan mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen

Unsere Haltung

Spezialfälle erfordern Zeit, Geduld und Sorgfalt — keine Standard-Lösungen. Wir arbeiten interdisziplinär und nehmen uns die Zeit, die Ihre Diagnose verdient. Manchmal heißt die ehrliche Empfehlung: „Bei Ihnen ist eine Transplantation jetzt nicht das Richtige" — das ist nicht Verzicht, sondern verantwortungsvolle Medizin.

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