A–Z Glossar
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A
Anagen-Phase
Aktive Wachstumsphase eines Haares — 2 bis 7 Jahre. 85–90 % aller Kopfhaare sind gleichzeitig in dieser Phase. → Haarwachstumszyklus
Alopecia areata
Autoimmunbedingter, kreisrunder Haarausfall. Plötzlich auftretende, scharf begrenzte kahle Stellen. → Zum Artikel
Alopezie
Medizinischer Sammelbegriff für Haarausfall jeglicher Ursache.
Anästhesie
Unsere Praxis kombiniert leichte orale Sedierung mit Lokalanästhesie — Sie dösen entspannt, die Kopfhaut ist taub. → Zum Artikel
Androgenetische Alopezie
Erblich bedingter Haarausfall, häufigste Form bei Männern (~80 %) und Frauen (~40 %). Wird durch Empfindlichkeit der Follikel gegenüber DHT ausgelöst.
Anwachsrate
Prozentsatz der transplantierten Follikel, die nach 12 Monaten sichtbar wachsen. Gute Transplantationen erreichen 90–95 %. Wichtigste Qualitätskennzahl.
Augenbrauen-Transplantation
Verpflanzung einzelner Follikel in die Augenbrauen — meist 100–400 Grafts pro Braue. Höchste Präzision bei Winkel und Wuchsrichtung. Wir setzen Saphir-FUE ein.
Außerkörperzeit
Zeit, die ein entnommener Follikel außerhalb des Körpers in Nährlösung verbringt. Je kürzer, desto höher die Anwachsrate. Unter 4 Stunden ist Standard, unter 2 Stunden optimal. → Mehr dazu
B
Barttransplantation
Follikel werden aus dem Hinterkopf in lückenhafte oder narbige Bartbereiche transplantiert. Vollbart typisch 2.000–4.000 Grafts (kleinere Verdichtungen entsprechend weniger). Ergebnis ist rasier- und stylebar wie echtes Barthaar.
Blutanalyse
Standard-Bestandteil der Haarausfall-Diagnostik. Prüft Eisen, Ferritin, Vitamin D, B12, Zink, Schilddrüse und Hormonstatus. Bei diffusem Haarausfall unverzichtbar.
D
DHT — Dihydrotestosteron
Stoffwechselprodukt von Testosteron, entsteht durch 5-Alpha-Reduktase. Bindet an Androgenrezeptor empfindlicher Follikel und löst Miniaturisierung und Haarausfall aus.
DHT-Hemmer (5-Alpha-Reduktase-Hemmer)
Verschreibungspflichtige Wirkstoffgruppe, die die Umwandlung von Testosteron in DHT um bis zu 70 % reduziert. Wirksam bei androgenetischer Alopezie. Indikation und Nebenwirkungen werden im ärztlichen Beratungsgespräch besprochen.
Diffuser Haarausfall
Gleichmäßige Ausdünnung über die gesamte Kopfhaut ohne klares Muster. Ursachen: Stress, Mangelzustände, Hormone, Medikamente. Meist reversibel.
Direkt-FUE
Variante der FUE mit Implanter-Stift: Kanalöffnung und Implantation in einem Bewegungsablauf. Besonders geeignet für Verdichtung und Feinkorrekturen. → Zum Artikel
Donor-Dominance
Biologisches Prinzip, das die Transplantation ermöglicht: Follikel behalten ihre genetischen Eigenschaften (DHT-Resistenz) auch nach Verpflanzung in eine andere Region.
E
Eisenmangel
Häufige, oft übersehene Ursache für diffusen Haarausfall — insbesondere bei Frauen. Ferritin-Wert sollte über 70 ng/ml liegen für gesundes Haarwachstum. → Zum Artikel
Empfängerareal
Bereich, in den die Follikel eingesetzt werden — Geheimratsecken, Stirn, Scheitel, Tonsur. → Mehr
Exosomes
Zelluläre Botenstoffe in Vesikelform, die in der regenerativen Medizin verwendet werden — als Alternative oder Ergänzung zu PRP. Forschungslage noch dünn.
F
FFA — Frontale fibrosierende Alopezie
Vernarbende Form des Lichen planopilaris mit bandförmigem Hairline-Rückzug, häufig postmenopausal. Therapieziel: Progression stoppen. → Zum Artikel
Ferritin
Eisen-Speicherprotein im Blut, wichtigster Marker für die Eisenversorgung. Bei Haarausfall ist ein Wert über 70 ng/ml anzustreben — der allgemeine Labor-Normbereich reicht für gesunde Haarproduktion oft nicht aus. → Zum Artikel
Follikulitis
Entzündung einzelner Haarfollikel, oft bakteriell bedingt. Kann nach Transplantation auftreten — muss zeitnah behandelt werden, um Follikel-Verlust zu vermeiden.
FU1, FU2, FU3, FU4 — Follikeleinheiten
Natürliche Wachstumsgruppen aus 1, 2, 3 oder 4 Haaren. Bestimmen die Architektur einer Transplantation. → Zum Artikel
FUE — Follicular Unit Extraction
Einzelne Follikel werden mit Mikronadel entnommen und einzeln transplantiert. Heutiger Standard. → Zum Artikel
FUT — Follicular Unit Transplantation (Strip-Methode)
Hautstreifen wird entnommen und unter Mikroskop zerteilt. Hinterlässt lineare Narbe. Heute weitgehend abgelöst durch FUE.
G
Geheimratsecken
Beidseitiger Rückzug der Stirnhaarlinie an den Schläfen. Typisches Frühzeichen androgenetischer Alopezie. Mit 800–1.500 Grafts meist gut korrigierbar.
Graft
Synonym für Follikeleinheit. Ein Graft = 1 Haarfollikel = 1 bis 4 Haare. Angebote werden oft pro Graft kalkuliert — was über die Qualität nichts aussagt. → Mehr dazu
H
Haarfollikel
Anatomische Wachstumseinheit eines Haares. Reicht 3–5 mm tief in die Kopfhaut, enthält Haarpapille, Haarmatrix, Stammzellen, Talgdrüse, Haarmuskel. → Zum Artikel
Hairline (Stirnhaarlinie)
Vorderer Rand des behaarten Kopfbereichs. Bei Männern oft sanft gewölbt mit Schläfenwinkeln, bei Frauen tiefer und gerundeter.
Hairline-Design
Künstlerisch-medizinische Planung der neuen Stirnhaarlinie. → Zum Artikel
Hashimoto-Thyreoiditis
Autoimmune Schilddrüsenentzündung, häufigste Schilddrüsenerkrankung bei Frauen. Kann Haarausfall verursachen, auch bei TSH-Wert im allgemeinen Normbereich. → Zum Artikel
I
Implantationstiefe
Tiefe, in der ein transplantierter Follikel platziert wird — typischerweise 4–5 mm. Zu flach: Graft fällt aus. Zu tief: Pitting (kraterartige Vertiefungen) entstehen.
Implanter-Stift
Stiftförmiges Instrument mit Hohlnadel (0,6–1,0 mm), das bei der Direkt-FUE Kanalöffnung und Implantation in einem Bewegungsablauf erledigt. Vorteil: sehr kurze Außerkörperzeit. → Zum Artikel
K
Katagen-Phase
Übergangsphase zwischen Wachstum und Ruhe — 2 bis 4 Wochen. Der Follikel schrumpft, die Wurzel löst sich von der Versorgung.
Komplikationen
Bei sorgfältiger OP-Technik selten — typische Risiken: Schwellung, Infektion, Folliculitis, Shock Loss. → Zum Artikel
Korrektur
Folge-Eingriff bei unbefriedigendem Erstergebnis. → Zum Artikel
L
Lokalanästhesie
Haartransplantationen werden ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt — keine Vollnarkose nötig. In unserer Praxis kombiniert mit leichter Sedierung. → Zum Artikel
Ludwig-Skala
Klassifikation für weiblichen Haarausfall — drei Stadien diffuser Ausdünnung im Scheitelbereich. Erhaltene Hairline. → Mehr
M
Mesotherapie
Mikro-Injektionen einer individuell zusammengestellten Wirkstoffmischung (Vitamine, Mineralien, Aminosäuren) direkt in die Kopfhaut. Stärkt Follikel.
Microneedling
Behandlung mit feinen Nadeln, die kontrollierte Mikroverletzungen erzeugen und die Hautregeneration anstoßen. Wird oft mit PRP kombiniert.
Miniaturisierung
Schrittweises Schrumpfen eines Haarfollikels — verkürzte Anagen-Phase, immer dünnere und kürzere Haare, schließlich keine Produktion mehr. Kernprozess der androgenetischen Alopezie.
N
Nikotin & Transplantation
Nikotin verschlechtert die Mikrozirkulation der Kopfhaut und damit die Anwachsrate signifikant. Idealerweise 4 Wochen vor der OP reduzieren oder pausieren.
Norwood-Skala
Standardklassifikation androgenetischer Alopezie bei Männern — sieben Stadien. → Zum Artikel
P
Nachsorge (Pflege nach OP)
Die Anwachsrate entscheidet sich in den ersten 14 Tagen. Spezielle Reinigung, kein Kratzen, kein Sport bis Woche 2–4, Sauna ab Woche 6. → Tag-für-Tag-Plan
PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)
Häufigste endokrine Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Erhöhte Androgene führen zu Zyklusstörungen, Hirsutismus und androgenetischer Alopezie im Scheitelbereich. → Zum Artikel
Phototrichogramm
Quantitative Bestimmung von Haardichte und Wachstumsphasen durch standardisierte Fotodokumentation in Wochenabständen.
Pitting
Kraterartige Vertiefungen an Implantationsstellen — Folge zu tiefer Implantation. Schwer korrigierbar.
Postpartaler Haarausfall
Verstärkter Haarverlust 2–6 Monate nach Geburt durch hormonellen Umschwung. Meist reversibel innerhalb 6–12 Monaten. → Zum Artikel
PRP — Platelet Rich Plasma
Eigenblutbehandlung. Plättchenreiches Plasma wird aus eigenem Blut isoliert und in Kopfhaut/Haut injiziert. → Zum Artikel
Punch
Mikronadel mit 0,7–1,0 mm Durchmesser, die bei FUE und Saphir-FUE die Follikeleinheit umschneidet. Größe wird nach Haarstruktur gewählt. → Technik
R
Rasur vor Transplantation
Bei klassischer FUE meist 1–2 mm Vollrasur des Spenderbereichs. Bei kleineren Eingriffen Teilrasur denkbar — die Möglichkeiten besprechen wir individuell.
S
Saphir-FUE
FUE-Variante mit Saphirklingen statt Stahlklingen für die Kanalöffnung. Feinere Kanäle, dichtere Implantation, schnellere Heilung. In unserer Praxis Standard. → Mehr
Schilddrüse & Haare
Hashimoto und andere Schilddrüsenstörungen verursachen häufig diffusen Haarausfall, oft schon im subklinischen Stadium. → Zum Artikel
Sedierung (oral)
Leichte orale Beruhigungstherapie vor und während der OP. Patient bleibt ansprechbar, ist aber in einem entspannten Dämmerzustand. → Zum Artikel
Shedding-Phase
Natürlicher Ausfall der transplantierten Haare 2–6 Wochen nach OP. Die Wurzeln bleiben aktiv, neues Wachstum ab Monat 3–4.
Shock Loss
Vorübergehender Ausfall benachbarter, nicht-transplantierter Haare durch das chirurgische Trauma. Wachsen in 3–6 Monaten wieder nach. → Zum Artikel
Sinclair-Skala
Erweiterte Klassifikation für weiblichen Haarausfall mit fünf Stadien — präziser als Ludwig. In modernen Praxen oft Standard.
Spenderbereich
Bereich am Hinterkopf zwischen den Ohren, aus dem die Follikel entnommen werden. DHT-resistent. Kapazität: 4.000–8.000 Grafts. → Mehr
Sport nach Transplantation
Leichtes Cardio ab Tag 14, volles Training ab Woche 4, Kontaktsport/Sauna/Schwimmen ab Woche 6. → Zum Artikel
Stresshaarausfall
Telogeneffluvium durch psychischen oder physischen Stress. Tritt 2–3 Monate nach dem Auslöser auf. Meist reversibel. → Zum Artikel
T
Telogen-Phase
Ruhephase des Haares — 2 bis 4 Monate. Am Ende fällt das Haar aus und ein neues startet wieder in der Anagenphase.
Telogeneffluvium
Diffuser Haarausfall durch verschobenen Wachstumszyklus — oft ausgelöst durch Stress, Geburt, Krankheit oder Medikamente. Meist reversibel innerhalb von 6–12 Monaten. → Zum Artikel
Tonsur
Kreisrund-licht werdender Bereich am Hinterkopf, typisch ab Norwood III Vertex. Erfordert 1.500–3.000 Grafts je nach Größe.
Topische Haarwachstumstherapie
Frei verkäufliche oder verschreibungspflichtige Wirkstoffe zur lokalen Anwendung auf der Kopfhaut — verlängern die Anagen-Phase und verbessern die Mikrozirkulation der Follikel. → Zum Artikel
Transection-Rate
Anteil verletzter Follikel bei der FUE-Entnahme. Wichtigste Qualitätskennzahl. Gute Operateure: unter 3 %. Ohne Mikroskop-Kontrolle: 15–20 %.
Trichoskopie
Digitale Mikroskopie der Kopfhaut — bis zu 200-fache Vergrößerung. Erkennt Follikeldichte, Miniaturisierung, entzündliche Veränderungen. Grundlage jeder Diagnose.
V
Vampir-Lifting
Umgangssprachlich für PRP-Behandlung im Gesicht. Plasma wird in die Dermis injiziert und stimuliert Kollagen- und Elastinproduktion. Biologische Hautverjüngung ohne Fremdstoffe. → Zum Artikel
W
Wachstumsfaktoren
In den Blutplättchen enthaltene Botenstoffe (PDGF, TGF-β, VEGF, EGF, IGF), die zelluläre Regeneration anstoßen. Wirkprinzip der PRP-Behandlung.
Z
Zweite Meinung
Vor einer Haartransplantation immer empfehlenswert — vor allem bei jungen Patienten und hohen Graft-Zahlen. → Zum Artikel
Zweite Sitzung
Folge-Transplantation nach 12+ Monaten — bei Progression, Verdichtung oder neuen Arealen. → Zum Artikel